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Aktionen der europäischen Milcherzeuger

Frankreich:

Danone bietet an, die Produktionskosten beim Milchpreis zu berücksichtigen

Gute Nachrichten vom Konzernriesen Danone: Laut Bericht der französischen Presseagentur AFP, bietet der Lebensmittelkonzern Danone den Milcherzeugern an, die Produktionskosten im Milchpreis zu berücksichtigen. Danone würde ab Oktober die Produktionskosten in den kommenden drei Jahren schrittweise in den Milchpreis einberechnen. Gleichzeitig würde eine Anpassung der Mengen erfolgen, was in bestimmten Fällen zu einer Reduzierung der angekauften Mengen führen könnte.

Treffen der Akteure der Milchkette

Der französische Agrarminister Stéphane Le Foll hat angekündigt, für den 1. Oktober alle Beteiligten der Milchkette einzuladen, um die wirtschaftliche Situation und Milchpreise zu diskutieren. Ziel des Treffens ist es, eine Bilanz über die Umsetzung der getroffenen Maßnahmen zu ziehen, welche zwischen Handel, den Verarbeitern und Erzeugern am 24. Juli vereinbart wurden.

 

Deutschland:

Anhaltende Bauernproteste zeigen Wirkung: Discounter erhöhen Preise

Die seit Wochen anhaltenden Proteste der Milchbauern zeigen erste Wirkung. Nach einer Preiserhöhung durch Lidl, folgen nun auch Aldi und Netto dem Beispiel: Aldi verkündete am 30. September, die Preise für Trinkmilch um 4 Cent und für Butter um 10 Cent ab 1. Oktober anzuheben, um auf die außergewöhnlich schwierige Situation der Milchbauern zu reagieren.

In den letzten Tagen gab es landesweit zahlreiche Protestaktionen, u.a..

- Blockaden der Molkerei DMK in Edewecht, Norddeutschland (30.9.)

- Aktion bei der CSU-Klausurtagung in Kloster Banz (23. September)

- mehrere Aktionen vor Auslieferungslagern des Lebensmitteleinzelhandels in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen

 

Aktionen während Agrarministerkonferenz in Fulda (30.9. – 2.10.2015)

Laut einer Pressemitteilung von AbL unterstützen 21 gesellschaftliche Organisationen die Forderungen der Milchbauern in Deutschland und fordern Landwirtschaftsminister Schmidt mit einem offenen Brief zum sofortigen Handeln auf. Konkret soll sich der deutsche Landwirtschaftsminister auf EU-Ebene jetzt aktiv für eine kurzfristige Reduzierung der erzeugten Milchmenge einzusetzen. Zudem solle die Bundesregierung in Brüssel dafür einstehen, dass aus den knapp 900 Millionen Euro an Superabgaben des letzten Quotenjahres ein Bonus für diejenigen Milcherzeuger bezahlt wird, die ihre Milcherzeugung kurzfristig um mehrere Prozent reduzieren

Der BDM ist während der Agrarministerkonferenz in Fulda mit verschiedenen Aktionen aktiv. Am Freitag, 2.10. findet eine Großkundgebung mit Schlepperbeteiligung statt. Nähere Infos auf der BDM Homepage.

 

Belgien:

Protest gegen Handelsabkommen EU-Kanada

Das Flemish Milk Board (FMB) hat sich am 25. September bei einer Protestaktion gegen das Freihandelsabkommen zwischen der EU und Kanada (CETA) beteiligt. Die Aktion fand vor dem flämischen Parlament in Brüssel statt. Es wird befürchtet, dass die Landwirte gegeneinander ausgespielt werden und letztendlich beide Seiten nur verlieren können. Das CETA-Abkommen gilt außerdem als Vorlage für das Handelsabkommen TTIP mit den USA.

Video zur Aktion

Aufruf von FMB  (auf Niederländisch)

Facebook-Seite FMB

 

Proteste der Milchbauern in Kanada gegen Handelsabkommen

Auch die kanadischen Milcherzeuger gehen auf die Straße, um gegen Handelsabkommen zu protestieren. In diesem Fall betrifft es die Transpazifische Partnerschaft (TPP). Hunderte Erzeuger sind am 29. September mit Kühen und Traktoren vor das Parlament in Ottawa gezogen. Die kanadischen Milcherzeuger befürchten, dass billige Milchimporte das kanadische System der Mengensteuerung untergraben und sie ihrerseits aufgrund der Betriebsgrößen keine Chancen am internationalen Markt haben.

Reuters-Bericht (in Englisch)

 

EU:

Agrarkommissar Hogan glaubt nicht, dass Landwirte unter Produktionskosten erzeugen

Zynische Aussage von Agrarkommissar Hogan in einem TV-Interview mit viEUws: „Ich glaube nicht, dass viele Landwirte unter den Produktionskosten erzeugen. Sie sagen, dass sie das tun, aber letztendlich produzieren sie weiter“. Wie in jedem anderen Geschäft auch, wo man längere Zeit unter den Produktionskosten erzeugt, schaffe das Schwierigkeiten, so Hogan weiter.

Weiters erklärt der Agrarkommissar im Interview Details zum Hilfspaket, beschreibt Pläne, um unfaire Handelspraktiken zu bekämpfen und sagt, dass eine Expertengruppe neue Instrumente gegen Preisvolatilität untersuchen wird.

Interview viEUws (in Englisch)