Es ist gerade einmal zwölf Monate her, dass mitten in der Milchkrise einige tausend aufgebrachte Milcherzeuger 3,5 Millionen Liter Milch auf ein Feld in der Nähe des Mont St. Michel im Westen Frankreichs ausgebracht haben. 1000 französische Milcherzeuger und 50 Mitstreiter aus Deutschland und Belgien trafen sich am 25.September 2010 an eben diesem Ort. Die Milchausbringung durch Kinder der Bauernfamilien mit ihren Mini-Traktoren und Güllefässern hat an diesen Höhepunkt des Milchstreiks noch einmal deutlich erinnert.
Heute steht der junge, französische Verband APLI (Association des Producteurs de Lait Indépendants), der erst vor fünfzehn Monaten gegründet wurde, sicher auf seinen Beinen, ist strukturiert und organisiert. Als Mitglied des European Milk Board (EMB) gibt APLI sein Bestes, um die Bemühungen und Verhandlungen für einen fairen Milchpreis an der Seite seiner europäischen Partner zu unterstützen. Dabei spielt vor allen Dingen die Zusammenarbeit mit seinen Vorreitern und Nachbarn Deutschland und Belgien eine große Rolle. So kann man die klaren und deutlichen Worte, dieAndré Lefranc an diesem Tag an seine europäischen Mitstreiter richtet, zusammenfassen.
Unser Dank gilt auch den Mitgliedern des BDM, die zum Mont St. Michel gekommen sind und dafür bis zu 1300km zurückgelegt haben. Der interessante Austausch auf den drei besuchten Milchbetrieben hat allen Beteiligten die Wahrheit nochmals vor die Augen geführt:
Wir haben alle dieselben Probleme. Man kann die Zahlen drehen wie man will, unter 38-42ct/l inkl. Arbeits- und Kapitalentschädigung(ohne Beiträge) geht’s auf die Dauer nirgends in Europa.
Ein letztes Wort an alle Verantwortlichen der Milchpolitik und an alle Milcherzeuger, die noch immer glauben, dass sie so weitermachen könnten wie bisher oder dass im ultraliberalen System die Lösung für alle zu finden sei. Der deutsche Physiker Albert Einstein hat es schon richtig ausgedrückt:
„Der Wahnsinn besteht darin, sich immer auf die gleiche Weise zu benehmen und damit ein unterschiedliches Ergebnis zu erwarten!“
Ein großes Dankeschön an alle Beteiligten!
Anton Sidler, APLI




