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Neuigkeiten zu Aktionen in Europa

Belgien: Bürger können in eine faire landwirtschaftliche Kooperative investieren

Eine Premiere in Belgien: Die Genossenschaft Faircoop öffnet sich den Bürgern und bietet die Möglichkeit, Genossenschaftsmitglied zu werden durch den Ankauf von Anteilen. Auf der gestrigen Pressekonferenz (22. Oktober) in Brüssel hat Fairebel die Bedingungen für das sogenannte COWfunding vorgestellt. Für einen Betrag zwischen 50 € und 500 € kann jeder Bürger in die Genossenschaft Faircoop investieren. Der Gewinn wird in Form einer Erstattung auf Produkte der Marke Fairebel ausgeschüttet. Ziel ist es, die Konsumenten am Kapital der Genossenschaft zu beteiligen und somit eine faire und verantwortungsvolle Landwirtschaft zu unterstützen.

Weitere Infos auf der Homepage von Fairebel

 

Schweiz: Demonstration für faire Produktpreise (22. Oktober)

Mit Kuhglocken und Transparenten haben Bauern heute in Bern darauf aufmerksam gemacht, dass die Lebensmittelproduzenten – vorab die Milchbauern – immer weniger verdienen. Die Bauerngruppierung SAM (Swiss Agri Militant) fordert, dass die Partnerschaft zwischen Milchproduzenten und Abnehmern vertraglich festgelegt werden müsse und es Klarheit über die Menge und den Preis der Milch braucht. Die Redner betonten, dass der Richtpreis von 68 Rappen  (62,60 Cent) pro Kilogramm Milch eingehalten werden müsse – auch wenn dieser noch nicht einmal die Produktionskosten decke. Der Marsch stand unter dem Motto “Stopp dem Diebstahl von landwirtschaftlichen Produkten”. Unterstützt wurde die Aktion vom EMB Mitgliedsverband Uniterre.

Artikel: Landwirte appellieren mit Bauernmarsch in Bern an Politik

Artikel RTS Info (Französisch) 

 

Großbritannien: „Milk for Farmers“ geht in den Verkauf

Die britische Handelskette Morrisons hat vergangene Woche den Verkauf der neuen Marke „Morrisons Milk for Farmers“ gestartet. Die „Milch für Landwirte“ wird in einer 4-Pint-Kunststoffflasche (ca. 2,3 Liter) verkauft, die entsprechend 23 Pence (ca. 31,30 Cent) mehr kosten wird, welche direkt an die Landwirte gehen sollen. Pro Liter erhalten die Milcherzeuger so zusätzlich 10 Pence (umgerechnet ca. 13,60 Cent). Die Konsumenten können nun zwischen der Standardmilch zu 89 Pence und der „Milk for Farmers“ zu 1,12 Pfund (1,52 €) für eine 4 Pint-Flasche wählen. Für Morrissons ist die neue Marke ein Zugeständnis an die Milcherzeuger nach den zahlreichen Protesten im Sommer. Laut einer britischen Studie wäre die Hälfte der Konsumenten bereit, mehr für Milch zu zahlen, um so die Landwirte zu unterstützen.

Presseartikel zum Verkaufsstart der „Milk for Farmers“ (auf Englisch)

www.yorkshirepost.co.uk/news/rural/farming/new-morrisons-milk-brand-pays-farmers-more-1-7509312
www.thedairysite.com/news/48715/morrisons-launches-milk-for-farmers-brand/
http://www.talkingretail.com/category-news/supermarket/morrisons-launches-milk-farmers-milk-brand/

 

Spanien: Weitere Proteste angekündigt

Unser spanischer Mitgliedsverband OPL hat weitere Aktionen für November angekündigt, falls die spanische Regierung die Industrie und den Handel nicht verpflichtet, die Maßnahmen des „Milch-Übereinkommens“ umzusetzen. Laut OPL wurde die angekündigte Preiserhöhung noch nicht durchgeführt. OPL prangert die Langsamkeit und den Mangel an Fortschritten bei der Vereinbarung durch den Sektor an und ruft die Milchbauern auf, ab 5. November mit weiteren Aktionen Druck zu machen.

 

Deutschland: Warnstreiks der Molkereibeschäftigten dehnen sich aus

In Deutschland streiken die Gewerkschaften der bayrischen Molkereien in der Tarifauseinandersetzung um Lohnerhöhungen. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) fordert eine Verbesserung der tariflichen Altersvorsorge und einheitlich 150 Euro mehr für alle Beschäftigten. Nachdem die Forderungen Ende September in einer ersten Verhandlungsrunde abgelehnt wurden, soll mit Streiks nun der Druck auf die Arbeitgeber vor der nächsten Verhandlungsrunde am 29. Oktober erhöht werden. Die Gewerkschafter rufen zu Streiks und Aktionen in ganz Bayern auf. Laut NGG gehe es der Branche wirtschaftlich sehr gut und mit 6,4 Prozent machen die Lohnkosten nur einen geringen Anteil vom Umsatz aus. Bei einem Jahresumsatz von über 10 Milliarden Euro und 14.000 Beschäftigten ist die Milchwirtschaft eine der größten Branchen in der bayerischen Ernährungsindustrie. Die Milchbauern der Arbeitsgemeinschaft Bäuerliche Landwirtschaft (AbL) solidarisieren sich mit den Forderungen der Molkereibeschäftigten. „Es geht um faire Bezahlung von Milch und Arbeit“, so der stellvertretende AbL-Bundesvorsitzende und Milchbauer Ottmar Ilchmann.

Artikel Bauernstimme