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Update Proteste in Europa (11.08.)

Spanien
In Spanien gehen die Protestaktionen weiter, die Kollegen aus Galizien (Nordspanien) sprechen mittlerweile nicht mehr von einer „Krise“, sondern von einem regelrechten  „Drama“.  Am 10. August haben die nordspanischen Milcherzeuger in einer weiteren großen Aktion auf die niedrigen Milchpreise aufmerksam gemacht. Im Konvoi mit mehr als 500 Traktoren forderten die Milchbauern auf ihrer Fahrt zwischen Arzua und Melide (Galizien) einen höheren Milchpreis von der Regierung.
Die neu gegründete Plattform für die Verteidigung des Milchsektors GALLEGO hat ein Manifest veröffentlicht mit konkreten Forderungen an die Regierung für die galizischen Milcherzeuger. Die Bauern kündigen an, sich zur Fortsetzung der Demonstrationen gezwungen zu sehen, solange keine wirksamen Maßnahmen zur Lösung der Probleme getroffen werden.
 
Forderungen des <link fileadmin dokumente press_release emb-allgemein download herunterladen der datei>Manifests

  1. Die Abholung der gesamten Milchmenge muss sichergestellt werden sowie kostendeckende Milchpreise;
  2. Regionale galizische, pasteurisierte und ökologisch produzierte Milch muss eine stärkere Wertschätzung erfahren. Der Missbrauch von Milch als Lockprodukt durch den Handel muss unterbunden werden;
  3. Die Möglichkeiten, die das Milchpaket im Hinblick auf die kollektive Bündelung der Erzeuger in den Vertragsverhandlungen bietet, müssen vollständig genutzt werden;
  4. Die Verwaltung muss ihre Vermittlungsrolle wahrnehmen, um sicherzustellen, dass Verträge rechtmäßig abgeschlossen werden und Verhandlungen auf gleicher Augenhöhe stattfinden;
  5. Sehr wichtig: Den Konsum stärken, etwa durch Schulmilchprogramm, das eine Chance bietet, das Ansehen von Milch und Milchprodukten zu verbessern;
  6. Das Gesetz zur Lieferkette bei Lebensmitteln muss besser eingehalten werden. Die Sanktionierung von Zuwiderhandlungen muss verbessert werden.

 
Laut aktueller Pressemitteilung des spanischen Mitgliedsverbandes OPL erhält die Plattform für die Verteidigung des Milchsektors Unterstützung durch die Rinderbauern. OPL fordert in ihrer <link fileadmin dokumente press_release emb-allgemein download herunterladen der datei>Pressemitteilung faire Preise für Milch und Fleisch. Weitere Traktorenaktionen werden für heute Mittwoch angekündigt.


Fotos von der Aktion in Chantada, Nordspanien

 

Großbritannien:

Fallende Preise für Milch und Lammfleisch haben in den letzten Tagen landesweit zu vielen Protestaktionen geführt. Die Milchbauern haben zahlreiche Aktionen in britischen Supermärkten abgehalten, obwohl diese rechtliche Schritte gegen die Bauern angedroht hatten. In der Nacht vom 9. August versammelten sich an die 1.000 Milchbauern vor dem Verteilerzentrum Morrisons in Bridgwater, Somerset (Südwesten Englands). Am 6. August blockierten rund 600 Leute ein weiteres Verteilerzentrum in Middlewich, Cheshire. Nach den Protestaktionen erklärte sich der Supermarktriese Morrisons bereit für Gespräche mit dem Nationalen Bauernverband und der Organisation Farmers for Action (FFA), dem Organisator der Proteste.

 - FFA Stellungnahme zum Treffen mit Morrisons (11. August)

Laut FFA war das Treffen mit Morrisons positiv und ein Schritt in die richtige Richtung, um nachhaltige Preise für britische Milcherzeuger zu erhalten. Morrisons hat die Unterstützung für eine eigene Milchmarke der Bauern angekündigt. FFA begrüßt die Initiative, aber diese gehe nicht weit genug, um den britischen Erzeugern nachhaltige Preise zu garantieren. Die Gespräche werden fortgesetzt, bis dahin sollen weitere Protestaktionen bei Morrisons ausgesetzt werden.

Laut FFA sei es wichtig, die Proteste in den nächsten Tagen und Wochen bei jenen fortzuführen, die weiterhin Milchprodukte unter Wert verkaufen (Verteilerzentren, Supermärkte).

Die Proteste der britischen Milchbauern werden medienwirksam inszeniert: Letztes Wochenende wurden zwei Kühe durch einen Asda Supermarkt geführt zusammen mit rund 70 Demonstranten.

 

Litauen:

Die litauischen Milcherzeuger haben bei einer Versammlung in Jonava am 7. August ein Forderungspapier an die litauische Regierung (Präsident, Ministerpräsident, Landwirtschaftsminister und Parlamentarier) gestellt. In dieser Erklärung werden schnelle und nachhaltige Lösungen auf nationaler und europäischer Ebene gefordert, um den Milchsektor wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Falls keine Maßnahmen erfolgen, kündigen die litauischen Bauern landesweite Proteste an.