In seinem gestern vorgelegten Bericht unter der Überschrift „Haben die Marktsteuerungsinstrumente für den Markt für Milch und Milcherzeugnisse ihre wichtigsten Ziele erreicht?“ veröffentlicht der Europäische Rechnungshof Analysen und Empfehlungen zur Milchpolitik, die die Forderungen des European Milk Board (EMB) an die EU-Politik untermauern.
„Der Bericht des Europäischen Rechnungshofes zeigt deutlich, dass wirksame Mechanismen der Produktionsregulierung am europäischen Milchmarkt notwendig sind“, so der Präsident des EMB, Romuald Schaber.
Ausschnitte aus dem Pressebericht des Europäischen Rechnungshofes vom 15.10.09
"Bezüglich des Marktgleichgewichts gelangt der Hof zu dem Schluss, dass die Milchquoten die Produktion wirksam eingeschränkt haben, jedoch im Vergleich zur Aufnahmefähigkeit des Marktes lange Zeit zu hoch waren."
"Der Hof empfiehlt, die Entwicklung des Marktes für Milch und Milcherzeugnisse weiter zu überwachen, um zu verhindern, dass die Liberalisierung des Sektors zu einer neuen Überproduktion führt. Andernfalls könnte sich das Ziel der Kommission, das Regulierungsniveau durch eine Art Sicherheitsnetz möglichst gering zu halten, schnell als unrealisierbar erweisen."
"Bezüglich der Preisstabilisierung stellt der Hof fest, dass sich der vor der Quoteneinführung wenig verändert hat. Im Vergleich dazu war der Erzeugerpreis für Milch zu konstanten Preisen seit 1984 einem ständigen Verfall ausgesetzt."
"Die Konzentration der Verarbeitungs- und Handelsunternehmen darf die Milcherzeuger nicht in die Lage von Preisnehmern drängen und die Möglichkeiten der Endverbraucher, angemessen an Preissenkungen beteiligt zu werden, nicht einschränken."
"Die Kommission und die Mitgliedstaaten sollten sich daher vorrangig auf die Bedarfsdeckung des europäischen Binnenmarkts konzentrieren und erst ergänzend auf die Herstellung von Käse und anderen Erzeugnissen mit hohem Mehrwert, die ohne Budgethilfe für den Weltmarkt exportfähig sind."

