(Ettelbrück, 02.07.2021) „And the winner is…?“ Gespannt warteten die Zuschauer auch in diesem Jahr auf die Verleihung der Goldenen Faironika bei der Internationalen Fairen Milch Konferenz (FMK) des European Milk Board (EMB) und der Faire Milch Länder. Doch schon lange bevor die Preisträger im diesjährigen Austragungsort Ettelbrück in Luxemburg bekannt gegeben wurden, hatten bereits der Milchsektor und seine LandwirtInnen gewonnen. Denn der Einsatz der Menschen, die mit der Goldenen Faironika geehrt werden, hat die Milchbäuerinnen und -bauern schon in den vergangenen Jahren ein gutes Stück weiter in ihrer Arbeit für faire Bedingungen im Milchsektor gebracht:
So hat das starke und unermüdliche Engagement des Preisträgers Guy Francq, Mitbegründer des belgischen Faire Milch Projektes, die positive Entwicklung von Fairebel maßgeblich ermöglicht.
Die Preisträgerin Dr. Karin Jürgens hat mit den Kalkulationen zu den Milchproduktionskosten in Dänemark, Frankreich, Litauen, Deutschland, Irland sowie weiteren Ländern die Höhe fairer Preise genau beziffern können. Klare Zahlen, die seit vielen Jahren eindeutige Forderungen der LandwirtInnen ermöglichen. Dank der Studien von Dr. Jürgens wissen auch Politik und VerbraucherInnen, was die Milch kosten müsste, um den Aufwand, der für ihre Produktion aufgebracht wird, decken zu können.
Als diesjähriger Ausrichter der FMK feiert die luxemburgische Fairkoperativ das 10-jährige Bestehen ihrer Marke D’fair Mëllech, die beispielhaften fairen Erfolge sowie wichtige Unterstützer: So geht die Goldene Faironika hier an den Milcherzeuger André Laugs. Er setzt sich in der Corona Krise für diejenigen ein, die ein noch schlechteres Einkommen als die Landwirte haben. Die Präsidentin der Fairkoperativ, Danielle Warmerdam-Frantz, schätzt ihn als einen besonderen Mitstreiter, da „seine Energie und sein Engagement nicht zu bremsen sind und er unermüdlich weiterkämpft, um die Idee der Fairen Milch weiter zu verbreiten“.
Weitere Preisträgerin ist die Molkerei Luxlait, die vor 10 Jahren den Weitblick bewiesen hat, mit den Bäuerinnen und Bauern zusammen eine besondere Initiative umzusetzen und die kein Risiko gescheut hat, sich als starke Partnerin an die Seite der LandwirtInnen zu stellen. Auch der Zucht- und Beratungsorganisation Convis, die sich in Luxemburg für alle Landwirte einsetzt und sie zu Futterration, digitaler Erfassung, CO2-Bilanzen bis hin zu innovativen Produktionsmethoden im Sinne des Umweltschutzes berät, wurde als goldenes Dankeschön die Faironika der MilcherzeugerInnen überreicht.
Ein weiterer wichtiger Partner, der mit der Goldenen Faironika geehrt wurde, war das Maison Relais de la commune de Sanem. Als eine der ersten Gemeinden hat das luxemburgische Sassenheim die Notwendigkeit von fairen Preisen für die Erzeuger erkannt und seine Schulen mit finanziellen Mitteln so ausgestattet, dass die Verantwortlichen der Maison Relais zusammen mit ihrem Koch faire und lokale Milchprodukte einkaufen können.
Ein großer Gewinn für ganz Europa war und ist die harte Arbeit aller LandwirtInnen, die sie für Nahrungsmittelsicherheit der Menschen tagein und tagaus leisten. Ohne diesen starken Einsatz wäre es insbesondere auch im letzten Jahr, in all den Monaten der Pandemie, für unsere Gesellschaft unmöglich gewesen, so zuverlässig und sicher mit Lebensmitteln versorgt zu werden. Dafür möchte das EMB allen LandwirtInnen Europas die Goldene Faironika widmen. Ihre Bedeutung für unsere Gesellschaft ist unermesslich.
Ein besonderer Gruß der europäischen Faire Milch LandwirtInnen ging während der Konferenz an ihre afrikanischen KollegInnen. Diese haben mit Projekten wie Fairefaso in Burkina Faso und Fairemali in Mali auch auf dem Nachbarkontinent einen wichtigen Faire Milch Grundstein für afrikanische ErzeugerInnen gelegt.
Für Sieta van Keimpema, die Vorsitzende des EMB, ist die Internationale Faire Milch Konferenz ein ganz besonderes Ereignis: „Hinter den Faire Milch Projekten in Afrika und Europa steht ein unglaubliches Engagement von ganz wichtigen Menschen. Sie erbringen jeden Tag den Beweis, dass ein fairer Preis für ErzeugerInnen tatsächlich möglich ist. Dieses Engagement und diesen Erfolg feiert die Faire Milch Konferenz. Und sie erinnert diejenigen aus Politik und Milchwirtschaft, die die skandalösen Milchpreise mit ihren politischen und wirtschaftlichen Strategien weiter unterstützen, an ihre Verantwortung für ein Ende der Ausbeutung der LandwirtInnen weltweit.“
Fotos der Faire Milch Konferenz
Kontakte:
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