Das neue Milchpreisabkommen in Frankreich wurde unterzeichnet. Es sieht eine Erhöhung des Milchpreises um 10 % im Vergleich zum Vorjahrespreis vor. Konkret bedeutet dies für den Monat September einen Basispreis bei 3,8% Fett und 3,2% Eiweiss von 32 Cent. Das ist für die französischen Milcherzeuger weiterhin zu wenig, insbesondere auch aufgrund der gestiegenen Futterpreise und der Rückzahlungen der Kredite, die viele Landwirte im letzten Jahr aufnehmen mussten. Wenn man außerdem auf die mageren Monate Anfang des Jahres schaut, ergibt sich ein durchschnittlicher Jahresbasismilchpreis von etwa 30 Cent pro Liter, der die Vollkosten der Milcherzeugung in Frankreich nicht deckt.
Bindung an den deutschen Milchpreis
Das Milchpreisabkommen beinhaltet außerdem eine Kopplung des französischen Milchpreises an den deutschen. Diese Regelung tritt rückwirkend ab Juli 2010 in Kraft. Beträgt die Differenz zwischen den Milchpreisen der beiden Länder mehr als 0,8 Cent / Liter wird eine Angleichung vorgenommen. Es besteht die Gefahr, dass sich die Preise so gegenseitig nach unten ziehen. Denn da viele deutsche Milchprodukte innerhalb von Europa exportiert werden, sind die Molkereien darauf angewiesen, immer ein bißchen billiger als die lokalen Anbieter zu sein. Passen die französischen Anbieter dann ihre Preise an die niedrigeren Preise der deutschen Produkte an, so ist der Teufelskreis in vollem Gange.
Sonja Korspeter, EMB















