Das European Milk Board asbl (EMB) fordert die EU-Kommission und die nationalen Regierungen eindringlich auf, die aktuellen Entwicklungen rund um das EU-Mercosur-Freihandelsabkommen kritisch zu überdenken und den Schutz unserer Landwirtinnen und Landwirte in den Mittelpunkt zu stellen.
Wir sagen klar:
- Nein zum Mercosur-Abkommen!
- Nein zu Agrarprodukten, die unseren Markt ohne ausreichende Kontrolle überfluten!
Unsere Forderungen basieren auf folgenden zentralen Punkten:
1. Wettbewerbsverzerrungen und ungleiche Standards
Rund 43 % aller Mercosur-Exporte in die EU waren im Jahr 2024 landwirtschaftliche Produkte. Damit machen die Agrarwaren aus dem Mercosur-Block – bestehend aus Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay – schon jetzt einen Großteil der Mercosur-Importe aus. Strukturelle Unterschiede in Produktionsbedingungen, Standards und Kosten – etwa niedrige Arbeitskosten und geringere Umweltauflagen – schaffen allerdings ungleiche Wettbewerbsbedingungen, die bäuerliche Familienbetriebe in der EU erheblich unter Druck setzen.
2. Keine ausreichende Kontrolle bereits heute
Trotz bestehender Regeln bleibt äußerst zweifelhaft, ob die tatsächlichen Marktströme ausreichend kontrolliert werden. Unsere Landwirtschaft ist auf verlässliche Qualitäts-, Gesundheits- und Umweltstandards angewiesen – gerade bei Tierwohl, Pestiziden und Gentechnik. Viele der derzeitigen Kontrollmechanismen sind zu schwach, um eine Flut minderwertiger oder unfair produzierter Agrarimporte zu verhindern. Das betrifft nicht nur südamerikanische Importe, sondern auch beispielsweise die Importe aus der Ukraine.
3. Mythos aufdecken: „Mercosur = Chance für europäische Landwirte“
Argumente, Mercosur biete Chancen für europäische Landwirte – etwa als Chance eines Exportbooms, von dem sie profitieren würden – sind irreführend. In Exportnationen wie Irland wird bereits heute sehr deutlich, dass der Handel mit diesen Regionen für die Bäuerinnen und Bauern keine Vorteile bringt. Im Gegenteil: Importe in diesen empfindlichen Markt und Sektor hinein stehen für Überkapazitäten und Preisdruck.
4. Forderung an die EU-Kommission
Wir fordern die Europäische Kommission auf:
- Kein Mercosur-Deal
- sofortige Evaluation und Anpassung der Kontrollmechanismen bei Agrarimporten aus Drittstaaten, um eine echte Überprüfung von Gesundheit, Umwelt und sozialen Standards sicherzustellen;
- transparente Veröffentlichung der realen Marktflüsse und Auswirkungen von Importen auf bäuerliche Betriebe;
- Berücksichtigung der Interessen von Landwirtinnen und Landwirten als gleichwertige Partner in der Handelspolitik.
- Ergreifen von Maßnahmen gegen Überproduktion, um die Agrarmärkte zu stabilisieren.
Unsere Landwirtschaft darf nicht zum Spielball globaler Marktmechanismen werden!

