Sehr geehrte Vertreter der Medien,
die Ketten müssen gesprengt werden. Sie dürfen nicht fester gezogen werden. Aktuelle Pläne zur Milchmarktreform, die vom EU-Agrarrat am 12. Juli diskutiert werden, würden den Milchbäuerinnen- und Milchbauern allerdings immer stärker die Luft zum Atmen nehmen. „Am Tag der EU-Agrarratssitzung demonstrieren daher die Milcherzeuger aus vielen europäischen Ländern vor dem EU-Ratsgebäude in Brüssel für ihre Freiheit“, so Romuald Schaber, Präsident des European Milk Board (EMB). Das EMB hat zusammen mit der European Coordination Via Campesina (ECVC) zur Kundgebung aufgerufen. Es werden zudem Vertreter von Entwicklungs- und Umweltorganisationen erwartet, die das Anliegen der Milcherzeuger unterstützen.
Wir möchten Sie, liebe Vertreter der Medien, zur Kundgebung der europäischen Milcherzeuger am 12. Juli 2010 am Rond Point Schuman um 12 Uhr einladen.
Passende Kleidung – starke symbolische Aktionen
Die Erzeuger sind die Sklaven der ökonomischen Verhältnisse. In passender Kleidung und mit symbolischen Aktionen, die ein eindeutiges Bild von den Zuständen am Milchmarkt liefern, werden die Milcherzeuger aus den Mitgliedsländern von EMB und ECVC wie Frankreich, Deutschland, den Niederlanden, Italien, Luxemburg, Belgien und Österreich gegen die Vorschläge der EU-High Level Expertengruppe zur Milch (HLGM) demonstrieren. Es sind deren Empfehlungen zur Milchmarktreform, die vom EU-Agrarrat an diesem Tag erörtert werden. Die unfairen Marktverhältnisse, die aktuell zwischen Erzeugern und Molkereien bzw. dem Einzelhandel bestehen, würden durch diese Vorschläge nicht verbessert, sondern verstärkt.
„Wenn die aktuellen Reformpläne der HLGM in die Realität umgesetzt werden, werden die Milchproduzenten buchstäblich zu Gefangenen der Molkereien. HLGM-Vorschläge wie die Kontraktualisierung sind nicht geeignet, die Lage der Milchbäuerinnen und Milchbauern zu verbessern, sondern bringen diese im Gegenteil noch stärker in Bedrängnis.“, unterstreicht Romuald Schaber die Notwendigkeit der Proteste. „Es gibt andere Lösungsvorschläge, die für Erzeuger weltweit und für Verbraucher gleichermaßen eine faire Milcherzeugung sichern. Das EMB hat der EU-Politik solch ein Konzept präsentiert. Diese Vorschläge müssen in die Reform des Milchmarktes einfließen. Das werden wir am 12. Juli in Brüssel klarstellen“, so Schaber weiter.
Kontakt:
Romuald Schaber (DE): 0049/1603524703
Sieta van Keimpema (EN / NL): 0031/612168000
Willem Smeenk (FR / NL / DE): 0033/686436156
Hintergrund
Das EMB und die ECVC vertreten weit über 100.000 Milcherzeuger in Europa. 2009 hatten die starken Proteste der europäischen Milcherzeuger für faire Rahmenbedingungen am Milchmarkt dazu geführt, dass die EU-Kommission eine Hochrangige Expertengruppe zur Milch einsetzte (HLGM). Diese sollte Maßnahmen analysieren, mit denen die Krise am Milchmarkt überwunden werden kann. Der Endbericht HLGM wurde am 15. Juni 2010 veröffentlicht und beinhaltet keine greifbaren Vorschläge, die die angespannte Situation am Milchmarkt verbessern können.

