Die gemeinsame Agrarpolitik geht alle an!
Instrumente für Milcherzeugung im Sinne der Gesellschaft
Die Konferenz „Die GAP nach 2013“ ist gestern am späten Nachmittag in Brüssel zu Ende gegangen. Es bestand die mehrheitliche Meinung, dass die EU-Agrarpolitik umfassend reformiert werden müsse. Teilnehmende Vertreter des European Milk Board (EMB) betonen die Notwendigkeit der Orientierung der zukünftigen Politik an den Interessen von Milcherzeugern und Verbrauchern.
Brüssel / Hamm (21.7.2010): EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos hat mit dieser Konferenz einen neuen Weg eingeschlagen. Die Gesellschaft soll bei der Definition der Ziele und Instrumente der EU-Agrarpolitik stärker eingebunden werden. So waren sowohl unter den Rednern auf dem Podium als auch im Publikum, das intensiv mitdiskutierte, eine große Bandbreite und auch kritische Fachleute vertreten.
Romuald Schaber, Präsident des European Milk Board: „Immer wieder fiel im Rahmen dieser Konferenz der Hinweis darauf, dass das Erzielen kostendeckender Preise am Markt für die Erzeuger von größter Bedeutung ist. Agrarpolitik muß durch Regeln und Instrumente dafür sorgen, dass Bäuerinnen und Bauern sich zusammenschließen und eine aktive Preis- und Mengenpolitik auf Augenhöhe mit der Industrie betreiben können.“ Romuald Schaber ergänzt, dass insbesondere auch für die junge Generation der Erzeuger dies die Voraussetzung sei, sich auf das Wagnis Landwirtschaft einzulassen: „Heute sind in Europa nur noch 7% der Landwirte unter 35 Jahre alt. Damit junge Leuten eine Perspektive in der Landwirtschaft sehen, sind kalkulierbare Bedingungen und das Vertrauen auf ein gesichertes Einkommen essentiell. Hierzu braucht es verlässliche Regeln für den Markt.“
Sonja Korspeter, Generalsekretärin des EMB, betonte: „Wir brauchen eine Konkurrenz um Qualität und nicht eine Konkurrenz um jeden Preis. Es ist ganz klar, dass eine hohe Qualitatät in Erzeugung und beim Produkt nicht auf dauerhaftem Niedrigpreisniveau funktionieren kann. Das bedeutet: Wir brauchen eine Stärkung der Erzeuger in der Lebensmittelkette unabhängig von den Genossenschaften, um kostendeckende Preise für die Erzeuger der Lebensmittel zu erreichen. Gesellschaftliche Leistungen können dann durch Ausgleichszahlungen abgeglichen werden.“
EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos hob in seinem Abschlussstatement die Vielfalt der landwirtschaftlichen Betriebe als Besonderheit Europas hervor: „Es muss mehr um ausgleichende Gerechtigkeit denn um Gleichheit gehen.“ „Ernährungssicherheit muss ein wichtiger Aspekt der zukünftigen Agrarpolitik sein“, sagte der Kommissar und „Die Beschäftigung im ländlichen Raum ist ein zentrales Thema.“ Es gelte Ökonomie und Ökologie gleichermaßen im Blick zu haben.
Außerdem betonte Dacian Ciolos: „Die Gemeinsame Agrarpolitik geht alle an!“ Das ist auch die Meinung des European Milk Board, das sich aus diesem Grunde im Rahmen von ARC, der Agricultural and Rural Convention www.arc2020.eu) weiter dafür einsetzt, als Zivilgesellschaft gemeinsame Vorschläge zu entwickeln und diese aktiv in den Reformentwicklungsprozess der EU-Agrarpolitik einzubringen.
Kontakt:
Romuald Schaber (DE): 0049/1603524703,
Sonja Korspeter (FR, EN): 0049 1786021685
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