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Pressemitteilung: Aktuelle Zahlen zur Milchproduktion: Differenz zwischen Kosten und Preisen wird immer größer

(Brüssel, 01.09.2014) Wie die aktuelle Kostenstudie des Büros für Agrarsoziologie & Landwirtschaft (BAL) zeigt, sind in Deutschland im April 2014 die Erzeugungskosten auf 45,95 Cent/ kg Milch angestiegen, während der Auszahlungspreis an die Erzeuger auf 40,60 Cent abgesunken ist. Damit sind die Erzeuger mit einer Kostenunterdeckung von über 5 Cent konfrontiert.

Im Januar 2014 hatten die Kosten noch bei 45,16 Cent und der Auszahlungspreis bei 41,46 Cent je Kilogramm Milch gelegen.

Die Studie, die als Gemeinschaftsauftrag des European Milk Board (EMB) und der MEG Milch Board erstellt wurde, zeigt die Kosten zudem aufgesplittet nach Regionen an. So betrug der Produktionsinput speziell in der Region Süd (Saarland, Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Hessen) 51,06 Cent/ kg. In der Region Ost (Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern) wurde eine Höhe von 43,52 Cent/ kg errechnet. Im Norden (Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein) betrugen die Kosten im April 40,95 Cent pro Kilogramm Milch.

Für April 2014 zeigt die von der MEG Milch Board berechnete Preis-Kosten-Ratio deutschlandweit eine Kostendeckung von nur 88 Prozent und damit ein Defizit von 12 Prozent an.

Dass die Lücke zwischen den Kosten und dem Preis für Milch immer größer wird, ist nach Romuald Schaber, dem Vorsitzenden des EMB, kein kurzfristiges Phänomen: „Dieser belastenden Situation sind die Erzeuger schon sehr lange ausgesetzt. Und leider ist zu erwarten, dass sich die Situation noch weiter verschärfen wird.“

Die EU brauche wirkungsvolle Krisenmaßnahmen, um ihre Milchproduktion in ausreichendem Umfang zu erhalten. „Wir haben schon im Allgemeinen eine kritische Lage in der EU. Im Besonderen wird der Milchmarkt nun aber aktuell noch durch den russischen Importstopp belastet“, umreißt Schaber die Probleme im Milchsektor. Es sei notwendig, in der EU eine Monitoringstelle einzurichten, die die angebotene Menge steuert, damit ein kostendeckender Preis erreicht werden kann. „Ohne diese agierende Monitoringstelle wird es in der Milchproduktion nicht möglich sein, angemessen auf jede Situation reagieren zu können“, so Schaber weiter.

 

Hintergrund:

Die gemeinsam von European Milk Board (EMB) und MEG Milch Board beim Büro für Agrarsoziologie & Landwirtschaft (BAL) in Auftrag gegebene Kostenstudie berechnet die deutschlandweiten Erzeugungskosten der Milch. Sie basiert zum einen auf Daten des InformationsNetzes Landwirtschaftlicher Buchführungen der Europäischen Kommission (INLB), nutzt zu deren Aktualisierung zudem Preisindizes für landwirtschaftliche Betriebsmittel wie Futter, Dünger, Saatgut und Energie vom Statistischen Bundesamt und greift auf einen Einkommensansatz zurück, der die Arbeitsleistung der Betriebsleiter und Familienangehörigen kalkuliert.

Auf dieser Studie aufbauend hat die MEG Milch Board den Milch Marker Index (MMI) entwickelt, der den aktuellen Verlauf der Erzeugungskosten (mit Basisjahr 2010 = 100) dokumentiert. Für April 2014 beträgt der MMI 111. Vierteljährlich wird er gemeinsam mit einer Preis-Kosten-Ratio veröffentlicht. Diese zeigt das Verhältnis zwischen den amtlich erfassten Milchauszahlungspreisen und den Milcherzeugungskosten. 

 

Kontakte:

 

Präsident EMB Romuald Schaber (DE): +49 (0)160 352 4703

EMB-Pressestelle Silvia Däberitz (DE, EN): 0032 (0)2 808 1936

 

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