Hamm, 17.12.2010: „Die EU-Kommission hat in der vergangenen Woche enttäuschende Vorschläge zum Milchmarkt veröffentlicht. Es wurde kein einziges Instrument vorgeschlagen, mit welchem ein Marktversagen wie im Jahr 2009 verhindert werden könnte. Insbesondere soll den Milchviehhaltern auch weiterhin untersagt sein, sich marktwirksam zusammen zu schließen und ihre Milchproduktion gemeinsam an die Erfordernisse des Marktes anzupassen.
Romuald Schaber, Präsident des European Milk Board (EMB): „Angesichts dieser Verweigerungshaltung der Politik kann das EMB von den europäischen Milcherzeugern nicht weiter verlangen, sich freiwillig mit der Produktion zurückzuhalten.“ Bis dato hatten sich viele Milcherzeuger auf Anraten des EMB eingeschränkt, um den Milchmarkt nicht vollkommen einbrechen zu lassen. Da die EU jedoch weiter auf die Liberalisierung, d.h. einen Markt ohne Mengenmanagement setzt, würde die Beschränkung Einzelner völlig ins Leere laufen. „Es muss der EU-Kommission klar sein, dass sie Übermengen forciert. Damit muss sie sich beschäftigen. Wir fordern von der Kommission eine Analyse darüber, wie sich die Preise entwickeln, wenn die Erzeuger die aufgestockten Quoten bis 2015 vollmelken“, so Sieta van Keimpema, Vizepräsidentin des EMB. „Es besteht bei der zu erwartenden Übermenge die akute Gefahr, dass die milchverarbeitenden Genossenschaften ihren Einfluss weiter massiv verstärken und die Milcherzeuger in eine noch schwächere Position gedrängt werden“, so van Keimpema weiter.
Um einen erneuten Preisabsturz zu verhindern, fordert das EMB auf europäischer Ebene so schnell wie möglich eine Monitoringstelle zu schaffen. Diese sollte umgehend mit Kompetenzen und Instrumenten für ein flexibles, marktorientiertes Mengenmanagement ausgestattet werden.
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