(Brüssel, 04.03.2015) Heute am 4. März stellten die MIG und der EMB in Brüssel vor dem Kabinett des föderalen Ministeriums, das für die Landwirtschaft zuständig ist, die Lage der Milcherzeuger und die Ergebnisse einer unabhängigen Studie zu den Milchproduktionskosten in Belgien vor.
Diese Studie folgt auf ähnliche Studien in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden, die von den europäischen Instanzen anerkannt wurden. Die Studien beziehen sich auf die gleichen Quellen (INLB und nationale statistische Ämter) und arbeiten nach den gleichen Berechnungsmethoden.
Die Ergebnisse der Studien für Deutschland, Frankreich und die Niederlande sorgten bei ihrer Veröffentlichung bereits für großes Aufsehen. Die Zahlen zeigen deutlich die Kluft, die zwischen den Produktionskosten und den Preisen klafft, die die Erzeuger für ihr Produkt erhalten.
Auch bei uns besteht eine große Diskrepanz zwischen den Erzeugerpreisen und den realen Milchproduktionskosten. Das erschwert es, den Milcherzeugern einen angemessenen Lebensstandard zu sichern – was jedoch ein erklärtes Ziel der Gemeinsamen Agrarpolitik ist.[1]
Die Studie zeigt deutlich:
Um die Kosten der Milchproduktion einschließlich eines angemessenen Einkommens für den Landwirt zu decken,[2] muss der Erzeugerpreis bei 46 Cents pro kg Milch liegen.
Im Dezember 2014 erhielten die belgischen Milcherzeuger jedoch im Schnitt nur 31,15 Cents pro Liter Milch[3], was eine Unterdeckung von 14,85 Cents pro kg bedeutet.
Die Milchproduktion ist eine Arbeit, die den belgischen Milcherzeugern kein angemessenes Einkommen sichert.
Wie den deutschen, französischen, niederländischen und belgischen Erzeugern ergeht es auch den Erzeugern in anderen europäischen Ländern, die auch keinen kostendeckenden Milchpreis erhalten – mit der Folge, dass immer mehr Milchviehbetriebe aufgeben und viele Arbeitsplätze in der Landwirtschaft verlorengehen. Es ist von kritischer Bedeutung, dass die Landwirte auf dem Markt einen kostendeckenden Preis erzielen können.
Die Beihilfen können die bestehenden Marktverzerrungen nicht ausgleichen. Es ist die gemeinsame Verantwortung der Erzeuger, Politiker und Verbraucher, einen angemessenen Rahmen zu fordern und auszuarbeiten, der ein gutes Funktionieren des Markts und einen fairen Preis für die Erzeuger gewährleistet.
Die Vollversion der wissenschaftlichen Studie zu den Milchproduktionskosten ist auf der Webseite des EMB verfügbar: www.europeanmilkboard.org
Pressekontakt:
Guy Francq Erwin Schöpges
+32 (0)497 344622 +32 (0)497 904547
MIG asbl European Milk Board ASBL
Groupement de producteurs laitiers
Rue de l'Eglise, 24 Rue du Commerce 124
B – 6280 Villers-Poterie B – 1000 Bruxelles
[1] Siehe Artikel 39 des „Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union“, geändert 2009
[2] Tariflich festgelegter Lohn der in der Landwirtschaft Beschäftigten (CP144.00 - Agriculture)
[3] Milchmarkt-Beobachtungsstelle der EK (Verordnung Nr. 479/2010 Artikel 2)

