Obwohl sich im Laufe des letzten Jahres die Situation der europäischen Milchviehbetriebe zusehends verschlechtert hat und die Depression von Tag zu Tag größer wird, unternimmt die Europäische Kommission nichts. Wenn überhaupt werden nur fadenscheinige leichte Maßnahmen ergriffen. Sie reichen nicht aus, um die Milchproduzenten aus ihrer misslichen Lage zu befreien.
Nun haben sich auch Rinderzucht- und Milchproduktionsorganisationen aus Ungarn der Bewegung des Bauernaufstandes aus den westlichen Ländern Europas angeschlossen. Sie äußerten ihren Unmut gegenüber der europäischen Milchpolitik und übten scharfe Kritik an der Aussage Marian Fischer Boels, der Milchpreis habe sich mittlerweile nach dem negativen Trend der letzten eineinhalb Jahre endlich stabilisiert. Obwohl die bisher ergriffenen Maßnahmen keinerlei Wirkung zeigten, umgeht die EU-Kommission jegliche Diskussionen über weitere, wirksamere Maßnahmen, die einen entsprechenden Einfluss auf den Markt und damit eine positive Auswirkung auf den Milchpreis haben könnten. Handlungsvorschläge aus den Mitgliedstaaten werden ignoriert.
Da der Milchpreis noch nicht einmal 75% der Produktionskosten deckt, wird die Depression auch in Zukunft weitergehen und die Zahl der Betriebe, die ihre Produktion aufgeben müssen, wird weiter steigen, Die Milchviehhalter sehen den kommenden Wochen und Monaten mit Schrecken entgegen.
Die ungarischen Verbände protestieren außerdem gegen den Entschluss der EU-Kommission, mit dem die Mitgliedstaaten dazu verpflichtet sind, Schwierigkeiten auf ihren nationalen Märkten selbst zu lösen. In den letzten Monaten stellte sich deutlich heraus, dass sie keineswegs dazu in der Lage sind, dies selbst in die Hand zu nehmen.
Protestiert wird weiterhin gegen die Supermarktketten, die ihre Marktmacht dazu missbrauchen, die Preise künstlich niedrig zu halten. Bisherige Versuche der Kommission, diese Ketten und deren Marktvergehen zu regulieren, waren absolut erfolglos. In jedem Mitgliedstaat finden sich internationale Lebensmittelhandelsketten, die Kommission muss daher grenzübergreifende Maßnahmen ergreifen.
Die Verbände machen hiermit auf die ausweglose Situation und Zugrunderichtung von Milcherzeugern und ihren Betrieben in allen Mitgliedstaaten aufmerksam und erklären, dass auch sie bereit sind, den Druck auf die Europäische Kommission so weit wie nötig zu erhöhen.
Kaposvár, 25th of September 2009.
Hungarian Breeders Association Holstein Breeders Association
Simmental Breeders Association Concentrate Milk Producers Association
Union of Cooperatives Milk Board
Die Europäische Vereinigung der Simmentaler Züchter erklärt hiermit ihre Solidarität mit den ungarischen Milcherzeugern und die Unterstützung ihrer Demonstrationen.
Dr. Josef Kucera president Dr. Georg Röhrmoser secretary

