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Studie „Marktreview Milch“: Milchindustrie konnte zusätzliche Milchmengen nicht adäquat vermarkten

© MEG Milch Board

Ausgangspunkt der Studie waren die heftig abgestürzten Milchauszahlungspreise in Deutschland in den Jahren der letzten Milchkrise 2015 und 2016 sowie die Frage, ob das marktbedingt erforderlich war. In anderen EU-Ländern waren die Preise nicht ganz so tief gesunken.

Im Auftrag der Erzeugerorganisation MEG Milch Board hat das Büro für Agrarsoziologie und Landwirtschaft daraufhin anhand von verfügbaren Marktdaten die Märkte für verschiedene Milchprodukte untersucht. Analysiert wurden aber auch Milchmengen, Warenströme in die EU und Drittländer, Milchauszahlungspreise in der EU und vieles mehr.

 

Zusammenfassend kann gesagt werden:

  • Die Milchindustrie war in Bezug auf die Vermarktung nicht auf die Mengenausdehnung vorbereitet.
  • Die von 2013 auf 2015 entstandene Mehrmenge an Milch konnte nicht allein im Drittland-Export untergebracht werden.
  • Sie wurde in erster Linie als „Billig-Käse“ in den bereits gesättigten EU-Binnenmarkt gedrückt.
  • Diese deutsche Billig-Produkt-Schwemme führte im Vergleich zu anderen EU-Ländern zu sehr deutlich abgeschlagenen Exportpreisen und begründet den extremen Erzeuger-Preis-Verfall in Deutschland entscheidend mit.
  • Insgesamt führte die starke Mengenausdehnung im Verbund mit einer sehr schlechten Wertschöpfung bei allen wichtigen Exportprodukten zu einem Preisverfall.
  • Die Mehrmengen an Milch wurden ohne Rücksicht auf die fallenden Erzeugerpreise selbst für die geringsten Mehrerlöse „verramscht“.
  • Der dadurch entstandene Konkurrenzkampf um Marktanteile führte dazu, dass die deutschen Erzeugerpreise unnötigerweise noch stärker fielen als in anderen EU-Ländern.

 

Schlussfolgerungen:

Der Auslöser für die Krise war also die nicht-marktgerechte Milchproduktion. Die Aussagen der von der MEG Milch Board w. V. schon vor mehr als zwei Jahren vorgestellten „RoadMap Milch & Markt“ sind aktueller denn je. Die Kernforderungen beziehen sich auf die im Vertrag festzuschreibende Menge, die Qualität, die Vertragslaufzeit und den Preis der zu liefernden Milch. Kein Liter darf den Hof verlassen, wenn die genannten Kriterien nicht vertraglich vereinbart sind. Die Umsetzung einer vertragsgebundenen Milchvermarktung, wie sie in der RoadMap Milch & Markt gefordert wird, hätte also die Krise zumindest abmildern können. Dafür müssen wir uns weiter einsetzen!

Pressemitteilung der MEG Milch Board w. V. vom 20. Juli 2017

Broschüre Marktreview Milch und Studie Marktreview Milch