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Das große Stiefelwerfen der Milcherzeuger

Demonstration sollte zeigen: Diese Vorschläge der EU HLG entziehen uns die Arbeitsgrundlage – Alternativen müssen her!

 

In Brüssel braute sich am 12. Juli etwas zusammen und zwar nicht nur die dunklen Gewitterwolken, die den Himmel über dem Berleymont - dem Gebäude der Europäischen Kommission - verdunkelten. An diesem Tag trafen sich dort die Agrarminister der 27 Mitgliedsstaaten, um über die Reform der Landwirtschaftspolitik der Europäischen Union zu beraten. Milcherzeuger und Milcherzeugerinnen aus ganz Europa waren ebenfalls nach Brüssel gekommen und standen zunächst bei strömendem Regen vor dem Tagungsgebäude der Minister. Sie wollten in einer Kundgebung deutlich machen, was sie von dem Bericht der hochrangigen Expertengruppe zum Thema Milch (High Level Expert Group on Milk - HLG) halten. Mit Traktoren, Spruchbändern und ihren jeweiligen Länderflaggen demonstrierten sie gegen eine Vertragslandwirtschaft und gegen Exportdumping und sprachen sich klar für faire Milchpreise und Bedingungen auf dem Milchmarkt sowie eine Mengensteuerung aus. Das European Milk Board (EMB) und die European Coordination Via Campesina (ECVC) hatten, mit der tatkräftigen Unterstützung ihrer Mitgliedsverbände aus ganz Europa, zu dieser Demonstration aufgerufen. Unterstützt wurden sie bei diesem Vorhaben von Vertretern verschiedener Umwelt-und Entwicklungshilfeorganisationen und Verbraucherverbänden.

Verschiedene Redner von ECVC und EMB stellen bei ihren Beiträgen klar, dass es noch viel Nachbesserungsbedarf beim Bericht der HLG gebe. Sie forderten Kommission, Parlament und Rat der EU auf, ihre Lösungsvorschläge mit einzubeziehen, um für die Einkommenssicherheit der Erzeuger und für ein ausgeglichenes Kräfteverhältnis auf dem Milchmarkt zu sorgen.

Fernerhin unterstrichen die Vertreter von Umwelt- und Entwicklungsorganisationen, wie wichtig eine Regulierung des Marktes sei, um Exportdumping zulasten der Erzeuger in Drittländern zu verhindern.

Um deutlich zu zeigen, in welcher Position sich die Erzeuger momentan befinden, bewegte sich eine Gruppe „versklavter“ Bauern durch die Menge, die symbolisch von Vertretern der Molkereien umzingelt wurden. Mit ihren Forderungen in der Hand befreiten Vertreter von EMB und ECVC ihre Kollegen schließlich. Romuald Schaber, Präsident des EMB, erklärt die Szene: „So sieht die Realität der europäischen Milcherzeuger aus. Einzelne Milcherzeuger stehen der geballten Marktmacht der Molkereien gegenüber, die ihnen unfaire Milchpreise diktieren können.“

Die Existenz vieler Milcherzeuger ist stark bedroht und weitere Liberalisierungsschritte würden die Situation nur noch verschärfen. Um ihrem Unmut Luft zu machen und frei nach dem Motto „Demnächst könnt ihr selbst melken“, wie man auf einem Plakat lesen konnte, warfen die Teilnehmer der Demonstration unter großem Jubel mehrere Hundert Gummistiefel in Richtung Ratsgebäude.

Im Laufe der Veranstaltung hatten sich Regen und Gewitterwolken verzogen und einem strahlenden Sonnenschein Platz gemacht. Das Gewitter auf dem Milchmarkt hingegen ist noch lange nicht vorüber und so muss auch der Druck auf die Politik von den Milcherzeugern weiter stark aufrecht erhalten werden. Alle Redner konstatieren, dass noch viel Arbeit vor den Verbänden läge, jedoch auch noch nichts entschieden sei. Es sei daher jetzt an der Zeit, aktiv auf Minister, Abgeordnete und die Vertreter der belgischen Ratspräsidentschaft zuzugehen, um das Anliegen der Milcherzeuger deutlich zu machen und intelligente Lösungen auszuarbeiten.

Hier finden Sie den Kommentar des European Milk Board zu den Vorschlägen der EU High Level Group sowie den Vorschlag für eine Gruppenfreistellungsverordnung für Milcherzeuger, um den Rahmen für eine verbesserte Position der Milcherzeuger am Markt zu schaffen. Diese wäre ein erster Schritt in Richtung zukunftsträchtige Milcherzeugung in Europa.

 

PDF Kommentar (4 Seiten)

 

PDF Summary Gruppenfreistellung (2 Seiten)

 

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http://www.youtube.com/watch?v=oVdp1_1mY1Q